Paul Meier Oldtimer

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AC ACE 1956 (Nicht mehr im Inventar)

ac-ace
6-Zylinder Reihenmotor S-6 OHV
obenliegende Nockenwelle
1971 ccm
123 PS (90 kW) bei 4500 U/min
Verdichtung: 8,0:1
3 Horizontalvergase SU H 2
Doppelrohr-Auspuffanlage
History AC Ace

In ihrer Geschichte voller Höhen und Tiefen war die Firma Auto Carrier (AC) nie dafür bekannt, am Bestehenden zu rütteln oder Grenzen zu überschreiten. Man baute Kutschen sowie Transporter und versuchte sich generell an allem Möglichen, was sich vergleichsweise unkompliziert herstellen liess. Auch als die Familie Hurlock 1930 die Marke übernahm, war der Bau von Autos stets Nebensache.

AC startete 1901 mit der Produktion von etwas unorthodoxen Dreirad-Transportern mit Einzylinder-Motoren und 1913 begann das in Thames Ditton ansässige Unternehmen mit der Automobilproduktion. Erst mit dem herrlichen AC Ace katapultierte sich die bis dahin eher brav wirkende Firma ins Rampenlicht der Sportwagenwelt. Schlagartig galt man als die richtige Adresse für den tweed-gekleideten englischen Mittelstand. Zeitlos elegant, schnell, gutmütig und mechanisch unkompliziert, bildete der Ace die Basis für den legendären AC Cobra.

Obwohl in den neun Jahren, in denen der Ace gebaut wurde, seine Produktionszahlen nicht einmal vierstellig wurden, erwies er sich doch als einer der innovativsten Sportwagen seiner Zeit und bereitete den Weg für immer extremere Variationen des Themas. Das Styling des Wagens verrät mediterrane Anleihen, seine Form wirkt wie aus einem Guss ohne Schnörkel und Schnickschnack, von rundlicher Glätte mit ausgeprägtem Hüftschwung. Nicht einmal äussere Türgriffe drängen sich störend ins Bild. Für Leichtigkeit im physischen Sinn sorgt der Werkstoff Aluminium. Viele sagen, kein automobiler Zeitgenosse sei schöner.

Die Technik des Ace war von einem Rennwagen-Unikat abgeleitet, das John Tojeiro – ein in England aufgewachsener Portugiese – für den Rennfahrer Cliff Davis entworfen hatte. Dessen Rennerfolge im Jahre 1953 führten zu einem Lizenzvertrag mit AC. Als Ende desselben Jahres der Ace auf der Automobilausstellung in London debütierte, verfügte es zu einer Zeit, als die meisten Autos sich noch mit einer starren Hinterachse begnügten, über Einzelradaufhängung hinten und vorne. Zum Einsatz kam ein Zweiliter-Reihensechszylinder mit einer oben liegenden Nockenwelle, dessen Ursprünge man bis ins Jahr 1911 zurückverfolgen kann. Gleichwohl taugte er zwischen 1954 und 1959 zu zahlreichen Klassensiegen.

Im Frühjahr 1957 wurde die ursprüngliche Motorenversion durch einen von BMW abgeleiteten 2-Liter-Bristol-Motor abgelöst, der etwas leistungsstärker war und über eine höhere Drehzahl verfügte. Als 1959 Bristol in eine finanzielle Bredouille geriet, griff man zum 2,6-Liter-Motor von Ford Zephyr.

Aber auch AC selber war keineswegs auf Rosen gebettet: Derek Hurlock, der Charles Hurlock um diese Zeit in der Führung der Firma abgelöst hatte, machte keinen Hehl daraus, dass der Autozweig des Unternehmens bei insgesamt gebauten 727 Ace und 329 Aceca (ein etwas behäbiger Bruder des Ace mit Festdach) nie Profit abgeworfen hatte. Zum Glück kam Anfang der Sechziger der Texaner Carrol Shelby auf die Idee, einen Ford-V8 von vier Litern mit einem Chassis von AC zu kreuzen!

Das vorliegende Fahrzeug verfügt über den ursprünglichen Ace-Motor und über matching numbers. Es ist vollständig restauriert und in einen vorzügliche Zustand.