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Aston Martin DB6 1966

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History Aston Martin DB 6



Das Überleben von Aston Martin als Herstelle prestigeträchtiger Kleinserienautos stellt ein kleines Wunder dar. Mehrfach stand das Werk am Rande des Abgrunds. Dass es diese britischste aller Automarken heute noch gibt, liegt nicht nur an Image und Qualität der Fahrzeuge, sondern auch am Charakter der Menschen, die im Laufe der Jahre ihren Einfluss geltend machten, den Designern und Konstrukteuren.

Lionel Martin und Robert Bamford hatten 1913 im Westen Londons einen kleinen Handel mit Fahrzeugen der Marke Singer begonnen. Mit diesen Wagen nahmen sie an verschiedenen Rennen teil, beschlossen dann aber, selbst bessere und renntauglichere Fahrzeuge herzustellen. Nach der Teilnahme von Lionel Martin am Bergrennen von Aston Hill mit einem Singer entstand die Idee für den Namen: Aston Martin.

1915 entstand der erste Prototyp mit dem Spitznamen "Coal Scuttle" (Kohlenkasten), ein zweiter folgte erst 1920. Nun verliess Robert Bamford das Unternehmen und seine Stelle nahm der amerikanische Millionärssohn Graf Louis Vorow Zborowski ein, der auch so manche Finanzspritze für die Firma bereitstellte. Als Rennfahrer sorgte er für die ersten grossen Erfolge und brach im Oval von Brooklands 1922 mit einem Schnitt von 122 km/h zehn Weltrekorde. 1924 verunfallte er beim grossen Preis von Italien in Monza tödlich und in der Folge konnte der Konkurs nicht mehr aufgehalten werden.

Lord Charnwood, der Aston Martin bereits früher finanziell unterstützt hatte, übernahm nun das Unternehmen. Er begann 1926 an einem neuen Firmenstandort in Feltham, Middlesex, neue Modelle zu bauen und fortan sammelten Aston Martin-Rennfahrzeuge Siegpunkte bei allen bekannten Autorennen, von der RAC Tourist Trophy über die Mille Miglia bis zu den 24-Stunden-Rennen von Le Mans und Spa.

1932 fand Aston Martin einen neuen Eigentümer (Sir Arthur Sutherland) und nun entschied man sich, "zivilere" Fahrzeuge zu bauen. Man zog sich aus dem Rennsport, wo Aston Martin ein sehr guter Namen genoss, zurück und überliess das Feld Privatfahrern. Mit der Entwicklung des "Atom" sollte zukunftsweisende Technik mit modernem Stromliniendesign auf die Strasse gebracht werden. Doch der Prototyp entstand erst 1939 und es blieb vor dem Krieg keine Zeit mehr, das Fahrzeug zur Serienreife zu entwickeln. Seit der Unternehmensgründung bis 1945 wurden lediglich 700 Fahrzeuge der Marke Aston Martin gebaut.

Nach dem Krieg kamen die Arbeiten am "Atom" nicht mehr richtig in Gang und die Firma stand einmal mehr vor dem Ruin. Dieses Schicksal hatte zu jener Zeit auch ein anderer, bekannter Autohersteller zu tragen, der ebenfalls über eine schillernde Vergangenheit verfügte: Lagonda. Dies war die Stunde des Briten David Brown, der bisher unter anderem mit dem Verkauf von Traktoren gutes Geld verdient hatte. Er erwarb beide kurz vor dem Konkurs stehende Firmen für £ 72'500. Für ihn vielversprechend waren die Prototypen von Aston Martin und die Motoren von Lagonda.

Bereits 1948 startete die Produktion des neuen Modells 2-Litre Sports als Drophead Coupé. Inoffiziell wird das Modell auch DB 1 genannt, wobei DB für David Brown steht. Nur 14 Wagen wurden gebaut, aber als praktischer Erprobungsträger war er für die Zukunft sehr wichtig.

1950 wurde der DB 2 angekündigt und dieses Fahrzeug holte bereits im Juni wieder einmal einen Le Mans-Sieg. 1951 erschien der DB 3 mit Porsche-typischen Konstruktionsmerkmalen und einem 3 Liter Motor. Sportliche Erfolge blieben allerdings trotz technischer Finessen aus.

1954 bezog David Brown einen neuen Firmensitz in Newport Pagnell und begann mit den Konstruktionstätigkeiten für den Nachfolger für den DB 3. Als der DB 4 1958 auf der London Motor Show präsentiert wurde, besass er elegante Linien aus dem Hause Carrozzeria Touring (Design-Verantwortlicher war Carlo Felice Bianchi) mit unverkennbaren Anleihen von Alfa Romeo und einen neuen Sechszylinder-Aluminiummotor mit 3,7 Litern Hubraum von Tadek Marek. Dieser begabte Ingenieur war von Austin – wo er überwiegend an Grossmotoren gearbeitet hatte, wie etwa für den Centurion-Panzer - zur Firma gestossen und Chefkonstrukteur geworden.

Die neu angewandte Superleggera-Bauweise war klassischer italienischer Automobilbau, aber sehr zeitaufwändig und entsprechend teuer. Touring in Mailand hatte ein Patent darauf und ging 1966 Pleite, doch die Aston Karosserien wurden in Lizenz in Feltham und später in Newport Pagnell gebaut. Vor allem das robuste Chassis trug im hohem Mass dazu bei, dass der Wagen trotz "Superleggera" eher übergewichtig ausfiel.

1963 erschien der DB 5. Vom Namen abgesehen war er eigentlich ein DB 4 mit etlichen Verbesserungen. Die Entwurfszeichnungen bezeichnen ihn denn auch in der Tat als DB 4 Serie 6. Neu verfügte er über einen 4-Liter Motor und eines der 1021 produzierten Exemplare festigte den Ruhm der Marke besonders: In den James-Bond-Filmen "Goldfinger" 1964 und "Thunderball" 1965 war ein DB 5 der Dienstwagen von 007. Ein taugliches Beispiel für die Rolle, die globales Product Placement zu spielen vermag.

Bereits 1965 folgte der DB 6, das wohl bekannteste und beste Modell unter allen Aston Martin mit Sechszylinder. Er verliess den evolutionären Pfad in viel grösserem Mass als alle Vorgänger. Dies betraf auch die Konstruktionsmethodik: weniger "Superleggera" und mehr Pressblech. Der DB 6 wurde dadurch nicht schwerer, aber robuster. Das neue, markante Abrissheck (Kamm-Heck) ging auf die hauseigenen Rennfahrzeuge zurück. In der Länge wuchs der Neue gegenüber dem DB 5 um 5 cm, der Innenraum wurde jedoch bedeutend grösser. Es war das Auto für Freunde der Marke Aston Martin mit Kindern, präsentierte er sich doch als Viersitzer.

Der vorliegende DB 6 wurde von 2009 bis Ende 2012 einer "nut and bolt"-Restauration unterzogen und befindet sich in einem Zustand wie neu. Er verfügt über einen FIVA-Pass.