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Monteverdi 375 S High Speed 1968

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History Monteverdi 375 S


Peter Monteverdi (1934 - 1998) war der Sohn eines Autowerkstatt-Besitzers. Ab 1956 bestritt er Rennen auf Porsche, Ferrari, Cooper und Lotus, und von 1959 bis 1961 in der Formel Junior auf Monoposto-Eigenkonstruktionen. Zur gleichen Zeit baute er die Autowerkstatt seines Vaters zu einer Vertretung der Marken Ferrari, BMW und Lancia aus. Er war seinerzeit der jüngste Ferrari-Händler weltweit. Kurzzeitig hatte er auch die Marken Jensen, Rolls-Royce und Bentley im Angebot.

Bereits in den 1950er Jahren begann Peter Monteverdi Fahrzeuge zu konstruieren. In erster Linie handelte es sich dabei um Rennwagen.

1965 kam es zum Zerwürfnis zwischen Monteverdi und Ferrari. Er beschloss daraufhin, eine Produktion von eigenen, exklusiven und luxuriösen Sport- und Tourenwagen aufzubauen. Der Markenname "Monteverdi" ist wohl in erster Linie dem damaligen AR-Chefredakteur Robert Braunschweig zu verdanken. Ihm wurden die Pläne für einen Luxus-Sportwagen vorgelegt unter der geplanten Bezeichnung MBM. Bisher hatte Peter Monteverdi unter "MBM" (stand für Monteverdi-Basel-Motors, gelegentlich auch für Monteverdi-Binningen-Motors) Formel-Rennwagen und kleinere GT-Modelle gebaut. Der AR-Chef überzeugte Monteverdi, statt der langweiligen Abkürzung seinen prestigeträchtigeren Familiennamen zu verwenden.

1967 nahem Monteverdi mit dem Modell 375 S High Speed die Produktion eigener Sportwagen auf. Zuvor erlebte dieses Fahrzeug auf der IAA Frankfurt seine Weltpremiere und war dort der Star der Schau. Das traumhaft schöne rote zwei-plätzige Hochleistungs-Sportcoupé stellte in punkto Fahrleistung, verbunden mit einer harmonischen und sportlichen Karosserie den Inbegriff eines Sportwagens dar und hat das Publikum war begeistert. Innerhalb weniger Tage war der Name Monteverdi allen Auto-Fan dieser Erde bekannt. Der einstige Erbe einer Kleingarage war in die höchste Liga aufgestiegen.

Es folgten erstklassige Testberichts. Einen Vergleichstest in Jahre 1970 mit je einem Miura, Ghibli und Mangusta gewann der 375 S überlegen. Konzeptionell verband dieses Fahrzeug amerikanische Antriebstechnik - in diesem Falle den mächtigen Motor von Chrysler mit 7,2 Litern Hubraum und dem Ehrfurcht einflössenden Drehmoment von 647 Nm bei 3200 U/min - mit italienischen Karosserien. Pietro Frua gab damals dem Entwurf von Monteverdi den letzten Schliff.
Dem High Speed 375 S wurden nicht nur hervorragende Fahrleistungen, sondern auch ein blendendes Fahrverhalten und hervorragende Bremsen attestiert. Dazu kam viel Lob für die gelungene Form und die edle Innenausstattung, die in Leder und Chrom schwelgte. Die AR schrieb am 16.9.70: "Der Monteverdi ist der Komfortwagen unter unserer Konkurrenten, mit ich schwebet man über Hindernisse. Servolenkung und Aircondition sind serienmässig Aber auch fahrwerkstechnisch ist er mit seiner de-Dion-Hinterachse vorzüglich ausgerüstet. Der beste Allroundwagen ist der Monteverdi, sportlich genug, um mit der Konkurrenz mitzuhalten, zudem komfortabel."

Mit all diesen guten Eigenschaften einher ging ein äusserst stabiler Aufbau der Fahrzeugkonstruktion. Es wurde ein massives Chassis aus dicken Vierkantrohrprofilen verbaut, für welches der Begriff "Verwindung" nicht existierte. Damit hob man sich stark von der Konkurrenz ab.

Für den High Speed wurden bald verschiedene Aufbauten angeboten, nämlich die Coupés 375/S, 375/L und 375 Berlinetta mit kurzem Radstand, die Cabriolets 375/C und Palm Beach, sowie die viertürige Limousine 375/4. Es folgten weitere Modelle, u.a. der atemberaubende Mittelmotor-Sportwagen Hai 450 und verschiedene Geländewagen, darunter auch der Range Rover Monteverdi, dessen Produktion dann ab 1982 Rover selbst übernahm unter Lizenzzahlung an Monteverdi.

Der vorliegende Monteverdi 375 S High Speed wurde von Herrn Ruedi Wenger, Basel, kompromisslos restauriert und befindet sich in einem erstklassigen Zustand.