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Porsche 356 A T2 Convertible D 1958

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History Porsche 356 A T2 Convertible D


Der vorliegende Porsche 356 A Convertible D besitzt "matching numbers" und wurde an Raffay, Hamburg ausgeliefert. Die Karosserie wurde von Grund auf (frame-off) restauriert und in der Sonderfarbe für Ferry Porsche "aquamarineblau met." lackiert, eine Farbwahl, die nur 1958 zur Verfügung stand. Teppiche, Innenausstattung in Leder und das Verdeck sind neu.

Der Convertible D ist das Nachfolgemodell des Speedsters. Das D stand dabei für den Karosseriebauer Drauz in Heilbronn, dem man die Fertigung anvertraute, weil Reutter, wo die bisherigen 356er gebaut wurden, bereits voll ausgebucht war. Der neue Convertible D verfügte gegenüber dem Speedster über ein höherwertiges Verdeck, eine zur Verbesserung der Sicht höhere Windschutzscheibe, voll gepolsterte Sitze mit verstellbaren Rückenlehnen und seitliche Kurbelfenster anstelle von Steckscheiben. Um ihn stärker vom alten Sparmodell Speedster abzuheben, änderten die Marketingstrategen den Namen in Convertible D. Sein offizieller Nachfolger wurde im Herbst 1959 der 356 B Roadster. – T2 steht für "Technischen Ausbau 2".

Über die Stückzahlen gibt es verschiedene Angaben. Porsche selber widerspricht sich dabei immer wieder. Man kann aber davon ausgehen, dass in den Jahren 1954 bis 1958 insgesamt 4‘822 Speedster gebaut wurden. Vom Convertible D gab es insgesamt nur 1‘331 Stück, davon 386 im Jahr 1958.

Der Porsche 356 ist das erste Serienmodell von Porsche. Die Typenbezeichnung 356 für den Wagen ist die laufende Projekt-Nummer dieser Porsche-Konstruktion. Grundlage war 1948 der von Ferry Porsche initiierte "Porsche Nr. 1", ein zweisitziger Mittelmotorroadster mit Gitterrohrrahmen und einem auf 35 PS gesteigerten 1,1-Liter-VW-Motor. Die Serienherstellung war aber zu aufwändig und damit zu teuer. In Serie ging der Porsche 356 mit geändertem Rahmen und einem Heckmotor. Die ersten 52 Wagen mit Aluminiumkarosserie wurden in Handarbeit im Gmünd in Kärnten gebaut, wohin Porsche gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ausgewichen war.

1950 zog Porsche nach Stuttgart-Zuffenhausen, wo man sich schon vor dem Krieg aufgehalten hatte. Die Produktion wurde in Räumen der Karosseriewerke Reutter aufgenommen. Das Design des Wagens stammt von Erwin Komenda, der auch dem VW-Käfer die Form gegeben hatte.

Der Porsche 356 wurde in mehreren Modell-Generationen hergestellt. Alle Varianten hatten einen 4-Zylinder-Heckmotor und Hinterradantrieb.
1948 - 1955: 356 (Urmodell / Pre A)
Erkennbar sind die ersten Modelle an der zweigeteilten Windschutzscheibe. Sie konnten als Coupé oder Cabrio erworben werden. Serienmässig hatte der Wagen eine durchgehende Sitzbank für Fahrer und Beifahrer. Einzelsitze waren auf Wunsch erhältlich. Der Benzinstand wurde mit einem Holzmessstab kontrolliert.

1955 – 1959: 356 A
Neu waren die nun einteilige, gebogene Frontscheibe und Türscheiben aus Hartglas (Speedster mit Steckscheiben), sowie das an der Oberseite gepolsterte Armaturenbrett. Zusätzlich wurde die Modell-Variante Speedster, bzw. ab 1958 Convertible D angeboten. Das Cabrio konnte man auch mit Hardtop bestellen.

1959 – 1963: 356 B
Vor allem auf amerikanischem Druck hin wurden Scheinwerfer und Stossstangen höher gesetzt.

1963 – 1965: 356 C
Der 356 C entspricht weitgehend der letzten Ausführung des 356 B. Neu verfügt das Auto nun über Scheibenbremsen, welche geänderte Lochscheibenräder und neue Radkappen erforderlich machten.

1965 lösten die Porsche 911 und 912 den 356 ab.

Der Porsche 356 gehört heute zu den Kult-Autos, angeführt vom Speedster. Das ist umso erstaunlicher, als diese Ausführung in Wahrheit ein Sparmodell mit wenig Zierrat und Ausstattung darstellte. Notwendig wurde diese Ausführung, weil der Porsche vielen Amerikanern im Verhältnis zu dem, was er bot, schlichtweg zu teuer war. (Für den Gegenwert eines Porsche 356 Carrera hätte man fast zwei fabrikneue Ford Thunderbird erwerben können!) Und Hauptmarkt waren ja die USA. Dort traf man z.B auf die Konkurrenten Cadillac Cabrio und Jaguar XK120, beide günstiger als das Porsche 356 Cabrio. Also entstand der Speedster, der preislich etwas tiefer angeboten werden konnte. Er basierte auf dem Cabriolet, verfügte aber nur über ein Notverdeck, eine flache, wacklige Windschutzscheibe und seitliche Steckscheiben.

Der heutige, unnachahmliche Ruf des Speedsters ist nicht unwesentlich auf den Schauspieler James Dean zurück zu führen. Dieser liebte ja schnelle Autos und fuhr auch Rennen. Er besass lange einen Speedster und wurde immer wieder in diesem Auto gezeigt. Er gab ihn dann in Zahlung für seinen zweiten Rennwagen, den Porsche 550 Spyder, mit dem er tödlich verunglückte.

Die Stuttgarter erwirtschafteten mit dem regulär motorisierten Speedster allerdings derart wenig Gewinn, dass er sich nur rechnete, wenn die Stückzahlen wirklich hoch waren. Aber es waren zu wenig Kunden bereit, für die leicht besseren Fahrleistungen (als Folge des etwas geringeren Gewichtes) Komfortabstriche in Kauf zu nehmen. So wurde er im August 1958 durch den Speedster D ersetzt, den man aber bei Markteinführung "Convertible D" nannte.

Design ist immer eine Sache des persönlichen Geschmackes. "auto motor und sport" urteilte über den Porsche 356: "Tatsache ist, dass der Porsche, von allem anderen abgesehen, das schönste in Serie gebaute Auto der Welt ist." Eine etwas andere Sicht der Dinge hatte in den USA "Car & Driver": "Was beim Speedster zählte: Er war eine hässliche kleine Badewanne von Auto, dabei aber total einfach und ging wie der Teufel."

Die Entstehung des Mythos Porsche wird oft in erster Linie auf die Geschichte eines Mannes – in diesem Falle von Professor Ferdinand Porsche zurückgeführt. Er machte sich u.a. als Konstrukteur verschiedener Fahrzeuge (so auch des VW-Käfers) einen Namen und war zeitweise auch Vorstandmitglied der Daimler-Motoren-Gesellschaft, der späteren Daimler-Benz AG in Stuttgart. Bereits 1900 zeigte er in Paris seinen Entwurf für ein Elektroauto mit Elektromotoren in den vorderen Radnaben. Sein Ansehen als Konstrukteur war in Deutschland unerreicht.

Die Sportwagen jedoch, auf die sich der Porsche-Mythos gründet, sind aber das Werk seines Sohnes, Dr. Ing. h.c. Ferry Porsche. Von seinem Vater hatte er wohl das technische Naturtalent geerbt. Mit 21 Jahren trat er dessen Konstruktionsbüro bei. Sein Talent, sein Durchhaltewillen und auch die Hilfe seiner Schwester, Louise Piëch, bildeten die Basis für den Wiederaufbau der Firma nach dem zweiten Weltkrieg. Auf seine Initiative hin entstand 1952 auch das Porsche-Wappen, welches ab 1953 verwendet wurde. Es enthält das Stuttgarter Wappentier, das Landeswappen des freien Volksstaates Württemberg sowie die Schriftzüge "Porsche" und "Stuttgart".